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Hand haelt Zigarettenschachtel

Auf einen Blick

  • 62,2 % der Raucher:innen haben bereits mehrere Male ernsthaft versucht, mit dem Rauchen aufzuhören.
  • 42,4 % beschreiben ihr Rauchverhalten als ambivalent: Sie möchten weniger rauchen, schaffen es aber nicht.
  • Gewohnheit ist für die absolute Mehrheit der Hauptgrund für die erste Zigarette des Tages.
  • Fast drei Viertel der Befragten bereuen es sehr stark oder zumindest manchmal, jemals mit dem Rauchen angefangen zu haben.
  • Das soziale Umfeld hat bei 77,8 % der Teilnehmer:innen einen direkten Einfluss auf das eigene Rauchverhalten.

Warum greifen Raucher:innen täglich zur Zigarette?

Rauchen ist selten eine rein rationale Entscheidung. Es ist ein komplexes Geflecht aus tiefen psychologischen Mustern, körperlichen Signalen, sozialen Strukturen und dem ständigen Kampf um Selbstkontrolle. Viele wollen den Konsum reduzieren oder ganz aufhören, doch in der Praxis erweist sich die herkömmliche Tabakzigarette als weitaus hartnäckiger als gedacht. Wir haben im Rahmen einer Studie das Rauchverhalten und die psychologischen Barrieren deutscher Raucher:innen untersucht. Dabei wollten wir wissen, wie sie ihr eigenes Verhalten wahrnehmen, was die wichtigsten täglichen Trigger sind und woran Stoppversuche scheitern.

Die täglichen Trigger und die Wurzeln der Gewohnheit

Die allererste Zigarette des Tages ist oft die aussagekräftigste. Der genaue Zeitpunkt und der Grund, warum sie angezündet wird, zeigen präzise, welche Funktion das Rauchen im Leben eines Konsumenten einnimmt. Unsere Daten machen deutlich, dass die Auslöser für den Konsum bei der großen Mehrheit der Raucher:innen tief in festen, automatisierten Mustern verankert sind.

Die Macht des Autopiloten

Für die absolute Mehrheit der Befragten ist das Rauchen zu einem unbewussten Automatismus geworden. Gefragt nach dem Hauptgrund für die erste Zigarette am Tag, nennen 41,3 % schlichtweg die Gewohnheit. Darüber hinaus geben 13,2 % an, dass das Rauchen am Morgen sogar ohne bewussten Grund bzw. völlig automatisch geschieht. Die Zigarette ist damit zu einem festen Bestandteil der Morgenroutine geworden, noch bevor das Gehirn überhaupt aktiv darüber nachdenkt.

Männer und Frauen unterscheiden sich hierbei kaum: Unter den Männern nennen 41,5 % die reine Gewohnheit als den wichtigsten morgendlichen Trigger, während es bei den Frauen 41,2 % sind.

Stressbewältigung und der biologische Weckruf

Neben der reinen Routine fungiert die Zigarette für viele als emotionales oder physisches Werkzeug. So ist Stress für 24,3 % der Raucher der direkte Auslöser, um morgens zur ersten Zigarette zu greifen. Auf der anderen Seite steht das körperliche Bedürnis nach einem Energieschub: 17,4 % nutzen die erste Zigarette des Tages ganz gezielt zum „Wach werden / Energie“ tanken. Nur eine kleine Minderheit von 3,5 % raucht die erste Zigarette des Tages aus reinem Genuss.

Frauen greifen dabei deutlich häufiger als Reaktion auf Belastungen zur Zigarette. Von den befragten Frauen nennen 26,5 % Stress als den Hauptgrund für die erste Zigarette am Morgen, während dies bei den Männern nur auf 22,0 % zutrifft.

Das soziale Bindeglied und die Gruppendynamik

Niemand raucht in einem völlig isolierten Raum – die soziale Dynamik ist ein gigantischer Faktor. Erstaunliche 77,8 % der Befragten geben an, dass ihr soziales Umfeld ihr Rauchverhalten entweder stark (24,3 %) oder mittelmäßig (53,5 %) beeinflusst. Nur eine verschwindend geringe Minderheit von 3,5 % spürt hierbei überhaupt keinen Einfluss.

Dieses ausgeprägte Zugehörigkeitsgefühl spiegelt sich auch im täglichen Teilen und der Interaktion innerhalb der Community wider:

  • Zigaretten borgen: 59,0 % der Raucher:innen leihen sich häufig oder gelegentlich eine Zigarette von anderen Rauchenden.
  • Zigaretten ausleihen: Auf der anderen Seite geben stolze 81,9 % an, selbst häufig oder gelegentlich Zigaretten an andere auszuleihen. Nur 4,2 % sagen resolut, dass sie „nie“ Zigaretten mit ihren Mitmenschen teilen.

Die psychologische Blockade und der Kampf um die Kontrolle

Obwohl die gesundheitlichen und finanziellen Nachteile des Tabakkonsums allseits bekannt sind, erweist sich der Schritt in ein rauchfreies Leben für die meisten Menschen als enorme Hürde. Die Ergebnisse unserer Untersuchung zeigen ein tiefes Dilemma zwischen dem Wunsch nach Veränderung und der Realität der Abhängigkeit.

Die Illusion der Kontrolle vs. die Realität der Ambivalenz

Wenn Raucher:innen gebeten werden, ihr eigenes Konsumverhalten einzuschätzen, zeigt sich eine scharfe psychologische Spaltung. Auf der einen Seite versucht ein großer Teil der Befragten, den Schein der Selbstbestimmung aufrechtzuerhalten: 35,4 % geben selbstbewusst an, alles unter Kontrolle zu haben, während weitere 26,4 % ihr Verhalten als eher kontrolliert, aber nicht immer beschreiben.

Die tiefergehende Datenanalyse entlarvt diese vermeintliche Kontrolle jedoch schnell als Schutzmechanismus. Ganze 42,4 % der Raucher:innen geben offen zu, in einer tiefen inneren Zerrissenheit gefangen zu sein: Sie beschreiben ihr Verhalten als ambivalent – sie möchten weniger rauchen, schaffen es aber einfach nicht. Zudem erklären 12,5 % ganz direkt, dass sie sich abhängig fühlen, und 4,2 % sehen sich selbst klar als stark abhängig.

Interessant ist hierbei der Blick auf die Geschlechter: Männer reklamieren die Kontrolle deutlich häufiger für sich als Frauen. Während 44,1 % der Männer angeben, alles unter Kontrolle zu haben, behaupten dies nur 26,5 % der Frauen. Frauen wählen stattdessen viel häufiger das Prädikat „ambivalent“ (50,0 % der Frauen im Vergleich zu 34,7 % der Männer).

Die Endlosschleife der Stoppversuche

Das weitverbreitete Vorurteil, dass aktive Raucher:innen schlichtweg nicht aufhören wollen, wird durch unsere Daten eindrucksvoll widerlegt. Die absolute Mehrheit der Befragten hat bereits ernsthaft versucht, das Rauchen aufzugeben. Die Antwort „Ja, mehrere Male“ ist mit 62,2 % der absolute Spitzenreiter unter allen Teilnehmer:innen. Weitere 19,4 % haben zumindest schon „einmal“ einen ernsthaften Versuch unternommen. Demgegenüber steht eine Minderheit von lediglich 16,0 %, die noch nie versucht hat, der Tabakzigarette den Rücken zu kehren. Das Aufhören ist folglich kein einmaliger Entschluss, sondern ein oft jahrelanger, von Rückfällen geprägter Prozess.

Die späte Einsicht: Ein Leben voller Bereuen

Die emotionale Last des Rauchens und das Bewusstsein über die eigene Abhängigkeit werden besonders bei der Frage nach dem Bereuen sichtbar. In der deutschen Rauchbevölkerung gibt es hierbei kaum Grauzonen: Fast drei Viertel (72,2 %) aller Befragten geben an, es zu bereuen, jemals mit dem Rauchen angefangen zu haben. Davon empfinden es 38,2 % als sehr starke Reue und 34,0 % bereuen es manchmal. Demgegenüber steht ein verschwindend geringer Anteil von nur 6,9 %, die den Beginn ihrer Raucherkarriere überhaupt nicht bereuen.

Methodik der Studie

Die in dieser Analyse präsentierten Daten basieren auf einer repräsentativen Online-Umfrage, die im Auftrag von Vapeglobe.de durchgeführt wurde. Befragt wurden 1.000 aktive Raucher:innen in Deutschland im Alter von 18 bis 65 Jahren. Die Stichprobe wurde so gewählt, dass sie in Bezug auf Alter, Geschlecht und Region eine aussagekräftige Abbildung der rauchenden Bevölkerung in Deutschland darstellt. 

Autorin Lisa
Lisa Hottes

PR-Managerin

Lisa Hottes ist PR-Managerin DACH bei der Haypp Group. Sie begleitet die Kommunikation zu regulatorischen Entwicklungen, Branchentrends und gesellschaftlichen Debatten rund um alternative Nikotinprodukte im deutschsprachigen Raum.