Grosse Unterschiede im Risiko zwischen Vapern und zigarettenrauchenden Schlaganfallpatienten
Eine umfassende nationale Studie aus Südkorea zeigt, dass Männer, die einen Schlaganfall überlebt haben und weiterhin Zigaretten rauchen, ein deutlich höheres Risiko haben, erneut einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Die Studie, veröffentlicht im Journal of the American Heart Association, ist die bisher grösste Untersuchung zum Zusammenhang zwischen herkömmlichen Zigaretten, E‑Zigaretten und wiederkehrenden kardiovaskulären Ereignissen bei Schlaganfallüberlebenden.
Umfangreicher Datensatz: mehr als 115.000 Schlaganfallpatienten untersucht
Die Forschenden analysierten Daten von 115.240 koreanischen Männern, die einen akuten Schlaganfall erlitten hatten und zwischen 2018 und 2022 an nationalen Gesundheitsuntersuchungen teilnahmen. Die Teilnehmer wurden in vier Gruppen eingeteilt:
- Nicht‑Nutzer (77,5 %)
- Nutzer brennbarer Zigaretten (20,6 %)
- Dual User – sowohl Zigaretten als auch E‑Zigaretten (1,3 %)
- Exklusive E‑Zigaretten‑Nutzer (0,7 %)
Während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von etwas mehr als 2,6 Jahren wurden insgesamt 6.722 schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse registriert, darunter erneute Schlaganfälle und Herzinfarkte.
Deutlicher Risikoanstieg bei Rauchern – jedoch nicht bei ausschliesslicher Nutzung von E‑Zigaretten
Die Studie zeigt:
- Raucher herkömmlicher Zigaretten hatten ein um 35 % höheres Risiko, erneut einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, verglichen mit Nicht‑Nutzern.
- Dual User hatten ein um 27 % höheres Risiko.
- Exklusive E‑Zigaretten‑Nutzer hatten ein um 11 % höheres Risiko, doch dieser Anstieg war statistisch nicht signifikant.
Das Forschungsteam betont, dass dies nicht bedeutet, dass E‑Zigaretten risikofrei sind – sondern lediglich, dass das Risiko in diesem Datensatz nicht statistisch bestätigt werden konnte. Zu den genannten Einschränkungen gehören die relativ kleine Anzahl an E‑Zigaretten‑Nutzern, die Selbstangaben zu Rauchverhalten sowie der vergleichsweise kurze Beobachtungszeitraum. Die Autoren fordern zudem weitere Forschung zu Nikotinstärken, Nutzungshäufigkeit und verschiedenen E‑Zigaretten‑Modellen, um langfristige Auswirkungen besser zu verstehen.
Höchstes Herzinfarktrisiko bei Dual Usern
Eine detaillierte Analyse der einzelnen Diagnosen ergab:
- Das Risiko für Herzinfarkte war bei Zigarettenrauchern um 68 % höher als bei Nicht‑Nutzern.
- Bei Dual Usern war das Risiko um 141 % erhöht.
- Unter E‑Zigaretten‑Nutzern wurde ein geringer, aber unsicherer Risikoanstieg beobachtet.
- Ischämische Schlaganfälle traten deutlich häufiger auf als hämorrhagische Schlaganfälle bei Betroffenen mit Rückfällen.
Bedeutung der Ergebnisse: Rauchstopp bleibt entscheidend
Trotz der zunehmenden Nutzung von E‑Zigaretten – auch unter Personen, die bereits einen Schlaganfall hatten – gibt es noch immer keine eindeutigen Antworten darauf, wie sich diese Produkte langfristig auf die Herz‑Kreislauf‑Gesundheit auswirken. Die neue Studie liefert wichtige Erkenntnisse, bietet jedoch keine Garantien für die Sicherheit von E‑Zigaretten.
Die Forschenden betonen, dass vollständiger Rauchstopp die beste Option für Schlaganfallüberlebende bleibt, weisen jedoch darauf hin, dass E‑Zigaretten ein weniger schädliches Alternativprodukt für Menschen darstellen könnten, die den Nikotinkonsum nicht vollständig aufgeben können.