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Auf einen Blick:

  • Erste Ideen zur E-Zigarette entstanden bereits in den 1960er-Jahren.
  • Die moderne E-Zigarette wurde 2003 von Hon Lik entwickelt.
  • Neue Technik wie Sub-Ohm, variable Einstellungen und Pod-Systeme veränderten den Markt.
  • Seit den 2010er-Jahren wuchs der E-Zigaretten-Markt stark und wurde stärker reguliert.
  • Wichtige Schritte: Patent 1965, Erfindung 2003, Regulierung 2016 und Marktwachstum 2022.

Ursprung der Idee: Wann waren frühe Entwicklungen und erste Patente?

Frühe Entwicklungen und erste Patente gab es bereits in den 1960er-Jahren. Erste Versuche nikotinhaltige Dämpfe ohne Tabakverbrennung zu erzeugen wurden durchgeführt.

Das erste bekannte Patent auf eine elektronische Zigarette stammt aus dem Jahr 1965, eingereicht vom Amerikaner Herbert A.Gilbert. Seine „smokeless non-tobacco cigarette“ wurde allerdings nie industriell gefertigt, technische Umsetzung und Marktinteresse fehlten. 

Erst Jahrzehnte später wurde das Konzept erneut aufgegriffen – begünstigt durch Fortschritte in der Akkutechnologie und Miniaturisierung, die eine technische Umsetzung realistischer machten.

Wann und wo war die Erfindung der modernen E-Zigarette?

Die Erfindung der modernen E-Zigarette war im Jahr 2003. Der chinesische Apotheker Hon Lik entwickelte damals die erste moderne E-Zigarette. Ziel war es, ein alternatives Produkt zur Tabakzigarette zu entwickeln. Stattdessen wurde eine nikotinhaltige Flüssigkeit erhitzt und in Dampf umgewandelt.

Erstes Geräte: Cigalikes

Die ersten Modelle orientierten sich optisch an klassischen Zigaretten und wurden „Cigalikes“ genannt.

Sie bestanden aus:

  • einer kleinen Batterie
  • einem Heizdraht
  • einem Wattekern mit Liquid

Beim Ziehen aktivierte ein Unterdrucksensor die Heizspirale. Das Liquid verdampfte und konnte inhaliert werden. Ein LED-Licht an der Spitze simulierte die Glut einer echten Zigarette.

Markteinführung und Verbreitung ab 2004

Die ersten Geräte wurden 2004 in China eingeführt. Ab etwa 2006 waren sie auch in Europa erhältlich, vor allem über Onlineplattformen. Cigalikes waren einfach aufgebaut, wiesen jedoch mehrere Einschränkungen auf – darunter geringe Akkulaufzeit, begrenzte Aromaauswahl und fehlende Anpassungsmöglichkeiten.

Zweite Generation: Pen-Style-Geräte

Mit der nächsten Gerätegeneration kamen größere Modelle auf den Markt – sogenannte Pen-Style-E-Zigaretten mit leistungsfähigeren Akkus und nachfüllbaren Tanks. Diese ermöglichten erstmals eine breitere Auswahl an Liquids. USB-Ladefunktion, austauschbare Tanks und verbesserte Luftführung machten sie für den regelmäßigen Gebrauch geeigneter.

Einführung von Clearomisern

Ein wesentlicher Fortschritt war die Entwicklung transparenter Clearomizer-Tanks, durch die sich der Füllstand leichter überwachen ließ. Austauschbare Komponenten wie Verdampferköpfe erleichterten Wartung und Nutzungskontrolle. 

Technische Innovationen: Sub-Ohm und variable Einstellungen

Die Sub-Ohm-Technologie (Widerstand < 1 Ohm) und weitere Einstellungen waren technische Innovationen zur individuellen Anpassung der Dampfmenge und Geschmacksintensität. Die Dampfproduktion stieg deutlich an.

Über Luftzufuhrregler (Airflow Control) konnten weitere Einstellungen vorgenommen werden.

Geschlossene Systeme: Die Pod-Generation

Als nächste Innovation folgten geschlossene Pod-Systeme – Geräte mit vorgefüllten Liquidkapseln, die für einen schnellen Austausch konzipiert sind.

Typische Merkmale geschlossener Pod-Systeme:

  • Kein Nachfüllen nötig
  • Kompakte Bauweise
  • Geringe Leckagegefahr
  • Konstante Dampfleistung

Marken wie Elf Bar oder Vuse haben geschlossene Pod-Systeme auf den Markt gebracht, die heute in vielen Ländern weit verbreitet sind.

Heute: Vielfalt in Format und Funktion

Der Markt umfasst heute:

  • Einweggeräte
  • Pod-Systeme
  • Wiederbefüllbare Tankgeräte
  • Modular aufgebaute „Mods“ mit wechselbaren Akkus und Coils

Geräteformate reichen heute von kompakten Systemen mit minimalem Setup bis hin zu modularen Varianten mit einstellbaren Funktionen und austauschbaren Komponenten.

Marktentwicklung und gesellschaftliche Relevanz

Mit dem technischen Fortschritt der E-Zigarette rückte auch das Thema Dampfen stärker in den öffentlichen Fokus. Ab den frühen 2010er-Jahren wurde in Deutschland und international zunehmend über E-Zigaretten diskutiert – auch im Zusammenhang mit regulatorischen Fragestellungen. 

Dynamisches Marktwachstum

In den frühen 2020er-Jahren verzeichnete der E-Zigarettenmarkt ein deutliches Wachstum. Laut dem Verband des E-Zigarettenhandels (VdeH) lag der Inlandsumsatz in Deutschland im Jahr 2022 bei über 800 Millionen Euro. Auch in Märkten wie den USA, Großbritannien und Frankreich stieg die Nachfrage spürbar.

Entstehung einer Dampferkultur

Parallel zur Marktentwicklung entstanden Fachgeschäfte, spezialisierte Onlineshops und Plattformen für den Austausch über Produkte und Geräte. Veranstaltungen wie die „Hall of Vape“ in Stuttgart ziehen jährlich tausende Besucher an.

Inzwischen wird das Dampfen als eigenständige Produktkategorie innerhalb des Nikotinmarkts wahrgenommen.

Regulierung in Deutschland: Einstieg und Rechtsrahmen

Bis 2016 unterlagen E-Zigaretten in Deutschland keiner expliziten Regelung im Rahmen des nationalen Tabakrechts. Klare Vorgaben wurden mit der Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD2) eingeführt, die 2016 in deutsches Recht überging. Seitdem gelten u. a. folgende Vorgaben:

  • Maximal 20 mg/ml Nikotin
  • Kindersichere Verpackung
  • Begrenzte Flaschengröße (max. 10 ml für nikotinhaltige Liquids)
  • Warnhinweise auf Verpackung und Beipackzettel

Seit 2016 unterliegt die Werbung für E-Zigaretten Einschränkungen, und es gilt eine Altersgrenze von 18 Jahren. Eine Steuer auf nikotinhaltige Liquids wurde 2022 eingeführt und soll schrittweise erhöht werden.

Aktuell lässt sich der Markt in zwei große Segmente unterteilen: geschlossene Systeme (Pods, Einweggeräte) und offene Systeme (nachfüllbare Tanks). Seit 2021 sind Einweg-E-Zigaretten mit festem Liquidanteil verstärkt im Markt vertreten.

Geräte von Marken wie Elf Bar oder HQD werden zunehmend auch in Medienberichten thematisiert – häufig im Zusammenhang mit Regulierung und Fragen des Gesundheitsschutzes.

Kulturelle Verschiebungen und öffentliche Wahrnehmung

In der Anfangsphase wurden E-Zigaretten vor allem von technikaffinen Frühanwendern genutzt. Die Geräte galten als verbrennungsfreie Alternative zum klassischen Rauchen und richteten sich an ein spezialisiertes Publikum mit Interesse an digitalen oder innovativen Produkten.

Sichtbarkeit im Alltag

Die Nutzung von E-Zigaretten ist heute deutlich sichtbarer – ob in Großstädten, an Arbeitsplätzen oder im Einzelhandel. Auch im Onlinehandel zeigt sich eine wachsende Produktvielfalt.

Öffentliche Debatte

Mit der zunehmenden Verbreitung von E-Zigaretten hat sich auch die öffentliche Diskussion ausgeweitet. In den Medien werden dabei ganz unterschiedliche Aspekte thematisiert – von kritischen bis zu sachlich-analytischen Perspektiven.

Zentrale Diskussionspunkte sind unter anderem:

  • Jugendschutz
  • Umweltbelastung durch Einwegprodukte
  • Zugänglichkeit für Minderjährige
  • Regulatorische Entwicklungen
  • Technologische Innovationen
  • Konsumverhalten und Markttrends

Ausblick: Wohin geht die Entwicklung

Die Branche entwickelt sich weiter, sowohl technologisch als auch regulativ.

Aktuelle Trends:

  • Geräte mit integrierter App-Anbindung
  • Nachfüllbare Pods mit wechselbaren Coils
  • Wachsende Aromenvielfalt unter regulatorischer Beobachtung
  • Neue Abgabemodelle im stationären Einzelhandel

Langfristig dürften Regelungen zu Aromen, Umweltauflagen und Werbung die Entwicklung des Markts wesentlich mitbestimmen.

Wichtige Meilensteine der E-Zigaretten-Geschichte

Die wichtigsten Meilensteine der E-Zigaretten-Geschichte haben wir hier nochmal kurz und kompakt für Sie zusammengefasst:

  • Das erste Patent für eine elektronische Zigarette wurde 1965 von Herbert A. Gilbert eingereicht.
  • Hon Lik entwickelte die moderne E-Zigarette im Jahr 2003.
  • Die EU-weite Regulierung trat in Deutschland im Jahr 2016 in Kraft.
  • Laut dem Verband des E-Zigarettenhandels (VdeH) erzielte der deutsche Markt im Jahr 2022 einen Umsatz von rund 800 Millionen Euro.
Geschrieben von Christine Albert

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